22. April 2017

Der Konjunktiv ist dem Indikativ sein Tod

Was wir könnten statt zu tun. 

"Ich müsste halt einfach mal damit anfangen."
"Ich könnte ja auch versuchen es durchzuhalten."
"Wir sollten mal darüber nachdenken wie es anders sein könnte."

Rund zwei Drittel aller meiner Coaching-Klienten hängen im "Konjunk-Tief" fest. Dieses Tief trägt entscheidend zur gedrückten Stimmungslage bei: Zwischen Worten, Gedanken und Handeln kommt es zu erheblichen Luftzirkulationen. In aller Regel handelt es sich dabei um "heiße Luft". Dem Konjunk-Tief folgen keine Tätigkeiten sondern nur weitere Stimmungstiefs.

Die meisten Menschen machen sich beim Sprechen über die Grammatik keine Gedanken. Dem Genitiv mag es noch ziemlich egal sein, wenn sich der Dativ in seine Zuständigkeit mengt. ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" von Bastian Sick). Psychologisch hat es jedoch massive Auswirkungen, ob wir im Konjunktiv oder im Indikativ sprechen.

"Ich fange damit an" "Ich halte es durch" oder "Wir denken darüber nach wie es anders wird" fordert Energie. Eine Investition, die nicht immer gerne getroffen wird. Der Konjunktiv schaut sich lieber Fotos an, statt selber hinzufahren.


Sprache schafft Wirklichkeit. Wer sich regelmäßig im Konjunk-Tief aufhält kommt nicht aus dem Möglichkeitsmodus heraus. Er bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Verpasste Chancen haben bei ihm Konjunk-Tour.

Um zum Gestalter unserer eigenen Wirklichkeit zu werden gibt es nur eine Wahl: TU-Wörter.
Ich gehe, frage, schreibe, kündige, klopfe, fahre, packe, kurz gesagt: Ich tu's.

Der Indikativ ist der Veränderung ihr Freund.