25. Juni 2017

Seminarstrategie: Methodenfeuerwerk!

Ein renommiertes Weiterbildungsinstitut wirbt auf seiner Homepage: "Raus aus den drögen Schulungen, rein ins Methodenfeuerwerk!"
Nun leben Feuerwerke ja von einer dichten Frequenz an Pyrotechnik. Beeindruckend, was da alles in die Luft geschossen wird.

In zielführenden, gut geplanten Seminaren läuft es genau andersherum: wenige, am Thema und den Teilnehmern orientierte Methoden sind wirkungsvoller als ein Feuerwerk an Krachern. Es geht nicht um das "Wieviel" sonder um das "Wozu". Erschreckend, mit welcher Methoden-Ausstattung manche Berufskollegen die Teilnehmer entertainen. Manche Seminare haben durchaus Gameshow-Flair. Solange die Teilnehmer diesen Charakter als hilfreichen Rahmen erleben finde ich das sogar legitim. Seminare sollen Spaß machen, denn Lernen gelingt mit Spaß umso besser. Allerdings ist Methodenvielfalt und deren hochdosierter Einsatz kein Selbstzweck.

Im Idealfall reicht bereits eine Methode, die genau den richtigen Treffer landet. Das ist wie in der Akupunktur: Die Nadel muss sitzen. Mehr Nadeln bringen keine größere Wirkung. Im Gegenteil: Unerwünschte Begleiterscheinungen sind eher die Regel als die Ausnahme.



In meinen Seminaren lege ich großen Wert darauf, das Methodenrepertoire überschaubar und zielgruppenspezifisch zu dosieren. Mindestens so wichtig wie die Durchführung der Methode ist die anschließende Reflektion des Arbeitsprozesses. Auch die Erklärung, warum ich mich für diese und gegen eine andere Möglichkeit entschieden habe gehören zur Methodenkompetenz.  

Im Einzelcoaching wird die passgenaue Methode zum Klienten besonders deutlich. Nicht dem Klient muss mein Methoden-Strauß gefallen, sondern die Methode hat dem Klienten zu dienen und in seinen Referenzrahmen zu passen: Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. 

Ich überlasse das Feuerwerken weiterhin gerne den Pyrotechnikern.