Körperlicher und emotionaler Missbrauch werden deutlich häufiger in der Öffentlichkeit diskutiert als der narzisstische Missbrauch. Allerdings ist die Anzahl der betroffenen Missbrauchs- opfer wahrscheinlich ähnlich hoch. Besonders oft betroffen sind Töchter narzisstischer Mütter. Aber auch Jungen können zur „Ersatzbefriedigung“ missbraucht werden. Der narzisstische Missbrauch wird meistens mit einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung in Verbindung gebracht. Ganz allgemein kann man aber sagen, das Menschen mit starken narzisstischen Zügen oder einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung dazu tendieren, andere Menschen für ihre eigenen Bedürfnisse zu manipulieren, instrumentalisieren oder eben missbrauchen.

Im Kindheitsalter hat diese Form des Missbrauchs die fatale Konsequenz, dass Kinder auf Beziehung angewiesen sind und sich „arrangieren“ müssen, eine existenzielle Notwendigkeit. Das Arrangement kann zum Beispiel darin bestehen, dass sie (entgegen ihrer eigenen Bedürfnisse) die Erwartungen der Eltern als unumgänglich hinnehmen. Mehr und mehr verlieren sie dadurch den Zugang zu ihren eigenen Gefühlen und Wünschen. Narzisstisch missbrauchte Menschen leiden oft ihr Leben lang darunter, dass sie es anderen „recht machen“ wollen und sich schwer damit tun, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu erspüren und sie auszudrücken.

Der Missbrauch kann etwa darin liegen, dass die Mutter ihre junge Tochter zum „Püppchen“ macht, um ihrem idealisierten Selbst einen Ausdruck zu geben. Väter haben einen überhöhten Leistungsanspruch an ihre Söhne und können sich mit Durchschnittsnoten nicht zufrieden geben. Was zählt ist der „Vorzeige-Kandidat“. Narzisstischer Missbrauch wird oft nicht erkannt. Wie bei anderen Missbrauchsopfern gehen Betroffene in vielen Fällen still damit um. Wenn sie sich doch anderen Menschen anvertrauen, können durchaus Reaktionen kommen wie „Das hast du bestimmt falsch verstanden.“

Wenn Sie weitere Informationen wünschen, werfen Sie mal einen Blick auf die informative Seite  „Töchter narzisstischer Mütter“. Neben den Missbrauchs-Opfern geht es auch um die „Substanz abhängigen“ narzisstischen Persönlichkeiten. Abhängig deshalb, weil sie zur Festigung ihrer eigenen Substanz abhängig sind von der Kooperation ihrer Opfer. Wenn sich ihnen das „Mittel“ entzieht, dann reagieren sie mit Entzugssymptomen ähnlich einer Substanzabhängigkeit.

Ob betriebliche Change-Prozesse oder die eigene Persönlichkeitsentwicklung: Veränderung hat immer auch etwas mit der Identität der Menschen zu tun, die von dem Wandel betroffen sind. Unsere Geschichte wirkt identitätsstiftend, sie gibt uns einen festen Rahmen. Selbst dann, wenn sie für andere oder uns selbst als problematisch erscheint.

Eng mit dem Veränderungsbedarf verknüpft sind Fragen wie

Um die Entwicklungsbereitschaft zu fördern finde ich es ratsam, die persönlichen Werte des Kunden „Wert-zu-schätzen“. Ebenso halte ich es für wichtig, sein kulturelles Umfeld kennenzulernen. Das können die Familenkultur, die Unternehmenskultur oder die gesellschaftliche Kultur sein. Kulturen und die mit ihnen zusammenhängenden Werte prägen die Identität eines Menschen maßgeblich. 

Störungen spannen den Bogen zwischen dem „so wie du bist, bist du ok“ und dem Entwicklungsziel „werde, wer du sein könntest“. Störungen berühren den „störenden Teil“ dessen, was schon da ist. Und das ist beileibe nicht alles schlecht. Oft störe ich als Persönlichkeitsstörer nur den „Übertreiber des Guten“ oder das „Zuviel des Guten“.  Meine Störungen stellen den Kontakt her zu den bisher unausgelebten Seiten der Persönlichkeit: „Ach, das kenne ich noch gar nicht an mir.“

Ist die Veränderung kompatibel mit der Identität des Kunden? Wenn ja, kann die Störung durchaus dessen Referenzrahmen verlassen. Er kann neue Erfahrungen sammeln ohne sich selbst anzweifeln zu müssen.  Dann kann sogar die Energie des Widerstandes zielführend kanalisiert werden. 

„Alles Leben ist Veränderung“ – „Die einzige Kontinuität liegt im Wandel“. In vielen Unternehmen scheinen diese Volksweisheiten noch nicht angekommen zu sein. Vielmehr werden Change-Prozesse als das Mittel der Wahl verkauft, mit dem sich Organisationen wie Mitarbeiter fit machen sollen für die Zukunft.

 
Dabei ist Veränderung eine mehrdimensionale Leistung, die nicht so „prozesshaft gemanagt“ werden kann wie Manager das gerne hätten. Veränderung findet immer auf einer bio-psycho-sozialen Ebene in einem situativen Kontext statt. Denken, Fühlen und Handeln werden geprägt durch die Umwelt und die Geschichte. Meiner Erfahrung nach wird diesem Zusammenwirken viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. „Change“ findet noch immer vor allem auf der Verhaltensebene statt, die in Prozessen (oft als Workflow abgebildet) umgesetzt wird. Dabei bleibt Wesentliches auf der Strecke.
 
Veränderungsprozesse, ob betrieblich oder privat, können nur gelingen, wenn das Alte gewertschätzt und das Gegenwärtige immer wieder angepasst wird. Dadurch werden groß angekündigte Change-Prozesse überflüssig. Veränderung wird zur Daueraufgabe, zur permantenten Anpassungsleistung auf allen Ebenen. Am besten gesteuert durch die, die betroffen sind.
 
Für mich spielen Werte dabei eine ganz zentrale Rolle: Welche Haltung prägt unser Unternehmen? Wie leben wir unsere Werte? Wie können wir unsere Unternehmenswerte mit den Kunden- und Gesellschaftswerten vereinbaren? Wenn Sie mehr zu diesen „wert-vollen“ Gedanken wissen möchten, empfehle ich Ihnen mein Buch „Führung durch Werte“. Die Autoren Anderl und Reineck haben im Beltz-Verlag den Titel „Mythos Change“ herausgebacht, der das Thema ebenfalls vielschichtig beleuchtet.
 
Oder werfen Sie mal einen Blick in mein Buch „Das habe ich alles schon probiert: Warum wir uns mit Veränderungen schwer tun“. 
Sie werden sicher an der ein oder anderen Stelle den persönlichen „Aha-Effekt“ erleben – und sich womöglich wiedererkennen. 
Wenn Klienten zu mir ins Coaching kommen, um an Ihrer Beziehung zu arbeiten, steht anfangs meist eine Person im Mittelpunkt: der abwesende Partner. 
 
Die „Problem-Geschichte“ spinnt sich wie ein Netz um dessen Verhalten und seine Charakterschwächen. „Ich habe es schon dreißig mal rauf und runtergebetet, aber er versteht es einfach nicht“. „Sie kann es einfach nicht sein lassen, mir immer wieder Schuldgefühle einzureden.“ Solche und ähnliche Aussagen gehören ins Beschwerde-Repertoire vieler Coachees. 
 
Hinter diesen Enttäuschungen und Kritiken steht die Erwartungshaltung, der Partner möge doch bitte anders sein als er ist. Die eigene Zufriedenheit wird an Bedingungen geknüpft. Paul Watzlawick, der große Kommunikationspsychologe, hat diese Wenn-Dann-Funktion in einem Buchtitel auf den Punkt gebracht: „Wenn du mich wirklich liebtest würdest du gern Knoblauch essen.“

Diese Kausalketten bringen das Machtverhältnis kräftig durcheinander: Der Coachee macht seine Zufriedenheit abhängig vom Wohlwollen des Partners. Abhängigkeit bedeutet immer Machtverlust. Gleichzeitig stellt diese Abhängigkeit Forderungen an den Partner: Verhalte dich so, dass es mir gut geht. Damit über er massiven Druck aus.

 
Auf der anderen Seite erscheint der abwesende Partner überlegen, er „macht was er will, nur nicht das, was er soll.“ Und es wird deutlich, das er eine ganz arme Wurst ist. Er kann machen was er will, und trotzdem ist es nicht richtig. Denn die Qualität seines Verhaltens wird vom Coachee gemessen. Am Ende sind beide machtlose Verlierer.
 
Liebe fragt nicht: Was kannst du mir geben, damit es mir gut geht? 
Liebe sagt: Ich schenke, weil schenken auch mich glücklich macht. 
 
Es gibt sicher Beziehungen, da ist das mit dem Schenken nicht so ganz einfach. Denn nicht jeder ist bereit, Geschenke zu verteilen oder diese anzunehmen. Und es gibt auch Beziehungen, die sind nur bedingt funktionsfähig. Erstaunlicherweise kann man damit zusammen alt werden. Und ich glaube, dass es sogar Verbindungen gibt, die damit ganz glücklich sind. Da Liebe schwer zu definieren ist, kann jeder einzelne für sich entscheiden, ob er es für Liebe hält oder für etwas anderes. 
Bewertungen, Interpretationen und Spekulationen sind oft der Grund für Konflikte. Während sie unseren Standpunkt festigen und unser Bild von der Welt bestätigen, konfrontieren sie andere mit dieser „Tatsache“. Aber: Tatsache ist, dass es nicht DIE Realität gibt. Es gibt nur viele Formen der Wahr-Nehmung und viele Formen der Rekonstruktion von Realität.

Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) baut auf der vorurteilsfreien Beobachtung auf. Sie versucht, emotionale Aufladungen, die sich z.B. durch Erfahrungen oder Befürchtungen ergeben können, zu entmachten und laufende Konflikte zu befrieden. Obwohl das Modell der GfK so einfach klingt, beansprucht schon die vorurteilsfreie Beschreibung eine enorme Energie von uns. Wer einmal den Versuch unternommen hat, die Dinge „einfach so zu sehen wie sie sind“ wird bemerkt haben, dass wir ständig unsere Wahrnehmung anreichern durch Adjektive („schnell, schön, stressig, hässlich…“) oder durch Vermutungen („Das wird der eh wieder tun…) Wenn sie sich wirklich darum bemühen, die Welt lediglich zu beschreiben ohne zu werten, werden sie feststellen:

  1. dass Sie permanent zwischen der Welt da draußen und Ihren inneren Bildern pendeln. Viele Menschen schließen deshalb die Augen bei der wertfreien Rekonstruktion, weil sie viel Energie kostet und die Ablenkungen Aufmerksamkeit abziehen würden
  2. dass Sie mehr Zeit brauchen, um die Dinge zu sehen „wie sie wirklich sind“. Im Coaching nennen wir das die Prozess-Verlangsamung. Wir Entschleunigen unsere Wahrnehmung, weil wir die festgefahrenen Muster verlassen und erst wieder lernen müssen, auf unbekannten Pfaden zu laufen.
  3. dass Sie Ihre Wahrnehmung auf Relevanz prüfen. Was ist überhaupt wichtig um genannt zu werden? Welche Details sind mir aufgefallen, was kann ich aber auch getrost weglassen?
Besonders der letzte Punkt macht erneut deutlich: Wahrnehmung geschieht nicht ohne unsere persönlichen Filter. Wir können uns jedoch daran üben, die drei Vorzeichen zur vorurteilsfreien Wahrnehmung (Innen-Außen-Bewegung, Prozess-Verlangsamung, Relevanz) immer wieder anzuwenden und ebenfalls zu automatisieren.

Wenn ich mich mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen im Coaching beschäftige, dann fallen mir ganz verschiedene Brillen auf. Bei narzisstisch strukturierten Menschen zum Beispiel ist die Brille deutlich „rosarot“ gefärbt, wenn es um Ihre Außenwirkung geht. Da sie ganz erhebliche Selbstwertprobleme haben, stärken sie ihr labiles Selbst durch eine kulissenhafte Fassade. Sie filtern Kritik an ihrer Person heraus, verbuchen fremde Erfolge aufs eigene Konto oder reagieren mit unverhältnismäßiger Aggression. Man könnte sagen, sie sind auf einem Auge blind, dem Auge der Selbsterkenntnis.

Die narzisstische Inszenierung zum G20-Gipfel. 

Viel Theater um wenig Stoff. Oder habe ich bloß das Stück nicht verstanden? Hamburg war für drei Tage die „Bühne der Mächtigen“. Besonderes deutlich wurde das in der eigens für den prominenten Besuch reservierten Elbphilharmonie. Der Kulturbeauftragte der evangelischen Kirche in Hamburg, Johann Hinrich Claussen meint dazu: „Es reicht nicht, den kritischen Bürgern ein Programm auf Kampnagel anzubieten und den Mächtigen die Elbphilharmonie zu reservieren: Beides muss aufeinander bezogen sein.“ 

Stark narzisstisch strukturierte Persönlichkeiten sind ständig auf der Suche nach Bühnen. Sie sind abhängig von der Aufmerksamkeit, die andere ihnen schenken sollen. Zur Bühne gehört ein Publikum, das die Kunst der Darsteller zu schätzen weiß. 
Die Rechnung ging in Hamburg nicht auf. Die im Vorfeld bereits geringen Erwartungen an die Veranstaltung gingen im Taumel der Proteste gänzlich unter. Die Kanzlerin ist nach Kräften bemüht, auch noch den minimalsten Konsens als politischen Fortschritt zu deuten. Kein Vor, kein Zurück wird als Erfolg verkauft. Aber das Publikum hatte schon gebuht als das Stück noch in vollem Gange war. Da blieb den Verantwortlich nichts anderes übrig als „Vorhang! Vorhang!“ zu rufen. 

Wenn man Narzissten die erwartete Anerkennung nicht liefert werden sie zu unangenehmen Darstellern. Abwertungen und Rückzug in „die eigene, richtige Welt“ sind die Konsequenz. Donald Trump zum Beispiel lässt sonst keine Möglichkeit aus sich noch kräftig in Szene zu setzen. In Hamburg hat er sogar auf seine Presseerklärung verzichtet um schneller das Stück zu verlassen. Neunzehn gegen Trump – Isolation ist psychisches TNT für Narzissten. Diese politische Bühne stand im falschen Theater. 

Ein 130 Millionen teures Familienfoto kann über die vielen ungelösten Probleme nicht hinwegtäuschen. Immerhin zeigt es einmal mehr die Unverhältnismäßigkeit von politischer Gestaltung und Selbstinszenierung. Besonders schwierig daran: Narzissten sehen sich nicht als Teil des Problems, schuld sind immer die Anderen. 

Ein renommiertes Weiterbildungsinstitut wirbt auf seiner Homepage: „Raus aus den drögen Schulungen, rein ins Methodenfeuerwerk!“
Nun leben Feuerwerke ja von einer dichten Frequenz an Pyrotechnik. Beeindruckend, was da alles in die Luft geschossen wird.

In zielführenden, gut geplanten Seminaren läuft es genau andersherum: wenige, am Thema und den Teilnehmern orientierte Methoden sind wirkungsvoller als ein Feuerwerk an Krachern. Es geht nicht um das „Wieviel“ sonder um das „Wozu“. Erschreckend, mit welcher Methoden-Ausstattung manche Berufskollegen die Teilnehmer entertainen. Manche Seminare haben durchaus Gameshow-Flair. Solange die Teilnehmer diesen Charakter als hilfreichen Rahmen erleben finde ich das sogar legitim. Seminare sollen Spaß machen, denn Lernen gelingt mit Spaß umso besser. Allerdings ist Methodenvielfalt und deren hochdosierter Einsatz kein Selbstzweck.

Im Idealfall reicht bereits eine Methode, die genau den richtigen Treffer landet. Das ist wie in der Akupunktur: Die Nadel muss sitzen. Mehr Nadeln bringen keine größere Wirkung. Im Gegenteil: Unerwünschte Begleiterscheinungen sind eher die Regel als die Ausnahme.

In meinen Seminaren lege ich großen Wert darauf, das Methodenrepertoire überschaubar und zielgruppenspezifisch zu dosieren. Mindestens so wichtig wie die Durchführung der Methode ist die anschließende Reflektion des Arbeitsprozesses. Auch die Erklärung, warum ich mich für diese und gegen eine andere Möglichkeit entschieden habe gehören zur Methodenkompetenz.  

Im Einzelcoaching wird die passgenaue Methode zum Klienten besonders deutlich. Nicht dem Klient muss mein Methoden-Strauß gefallen, sondern die Methode hat dem Klienten zu dienen und in seinen Referenzrahmen zu passen: Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. 

Ich überlasse das Feuerwerken weiterhin gerne den Pyrotechnikern. 

Kannst du Veränderungen an der Persönlichkeit beobachten, wenn Menschen vor die Film- oder Fotolinse treten?
Aber hundertprozentig kann ich Veränderungen feststellen. Bei den meisten Menschen ist es so, dass sie sich zurück ziehen und schüchtern werden, sobald ich die Kamera hoch nehme. In ein großes schwarzes Loch (das Objektiv) zu schauen und kein richtiges Gesicht mehr vor sich zu haben ist eben ungewohnt. Mit vielen Kollegen sind wir uns einig, das man die ersten zehn Minuten in die Tonne kloppen kann. Diese Zeit nutz man einfach um sein Gegenüber an die Situation zu gewöhnen. Wichtige Szenen und Posen sollte man sich also unbedingt für später aufheben. Danach tauen die Menschen auf. Lachen wird bei mir ja immer ganz groß geschrieben, und so kommen wir danach in eine entspannte Phase. Da ich nicht nur starre Posen fotografiere sondern oft auch aus der Situation und Bewegung heraus, wird das „schwarze Loch“ nach einer Weile auch gar nicht mehr als so bedrohlich wahrgenommen. Es ist wie bei Kindern: Immer wenn es am Schönsten ist, hören wir auf mit dem Spielen. Am Ende kann man beobachten, wie einige sogar nach jedem Klick des Auslösers selbst ihre Pose verändern, sie den Kopf drehen und eigene Ideen entwickeln.

Meine Klienten bringen oft eigene Bilder mit ins Coaching. Gibt es einen Aspekt, in dem Fotos dem Video überlegen sind?

Natürlich. Stell dir mal vor, du müsstest dir in deinen Coachings erst einen langen Film anschauen um dir ein Bild deines Klienten zu machen. Der erste Eindruck dauert, wie wir ja alles Wissen, nur einen Bruchteil von Sekunden. Und dafür ist ein Foto perfekt. Wenn man sich dessen bewusst ist weiß man aber auch, dass es ein gutes Foto sein muss um Eindruck beim Betrachter zu machen. Wenn mein Gegenüber dann bemerkt „Hui, das ist ja ein spannender Typ“, kann ein Video wunderbar noch mehr die Vielfalt durch Gestik, Mimik, Sprache und was noch alles dazu gehört, darstellen.

Worauf achtest du besonders, wenn du die Persönlichkeit deiner Kunden im Bild unterstreichen möchtest?   
Dass wir keine 08/15 Posen wählen, die jeder kann. Businessbilder eines Mannes, im 08/15 Anzug, vor einem grauen Hintergrund zeigt nicht wirklich die Persönlichkeit eines Menschen. Ein Mann mit einem Plüsch-Schwein, auf einer Schaukel aus der Froschperspektive fotografiert, das hat vielleicht noch keiner gesehen. Okay, was es über die Persönlichkeit des Schweinebesitzers aussagt, möchte ich nun jedem deiner Leser und „zukünftigen“ Klienten in Gedanken selbst überlassen. *lach*

Wäre Manuela Jäger ein Buch, dann läge sie in jeder Buchhandlung ganz oben auf dem Stapel: „Freche Frauen“. Denn das ist Manuela: 100% Frau und 100% frech. Mit diesen 200 Prozent wäre sie wie im richtigen Leben kein dünnes Blättchen, sondern ein starker Bestseller. Eins ist sicher: Der Leser hätte von der ersten bis zur letzten Seite Spaß.


Die frühen Kapitel ihres Lebens verbringt Manuela im Osten der Republik. Aus dieser Zeit stammt möglicherweise der Pragmatismus, den Frau Jäger gelegentlich an den Tag legt und der für ihren ersten Beruf, die Arbeit mit schwerst und mehrfach behinderten Menschen, überlebenswichtig ist.

Aber auch Gefühle kommen in diesem Bestseller nicht zu kurz. Frau Jäger wird Mutter und das nicht nur einmal. Was dieser hormonelle Overflow mit den Emotionen einer Frau anrichtet, weiß jeder, der es selbst erlebt hat. Immer dabei im Chaos aus Windeln, Babybrei und schlaflosen Nächten ist die Kamera. Und am Ende des Tunnels ist sonnenklar: Frau Jäger macht ihr Hobby zum Beruf. Sie wird Fotografin.

2004 eröffnet sie ihr eigenes Fotostudio. In zahlreichen Workshops erlernt Manuela alles, was technisch perfekte Fotos ausmacht. Den Rest kann sie schon: Die Welt durch den Sucher einer Kamera sehen, ein gutes Bild erkennen und umsetzen, sicher mit Menschen umgehen, schüchterne Fotomodelle zum Lachen bringen, sie gut aussehen lassen auf den Bildern, die sie anschließend in den Händen halten.

Was wir könnten statt zu tun. 

„Ich müsste halt einfach mal damit anfangen.“
„Ich könnte ja auch versuchen es durchzuhalten.“
„Wir sollten mal darüber nachdenken wie es anders sein könnte.“

Rund zwei Drittel aller meiner Coaching-Klienten hängen im „Konjunk-Tief“ fest. Dieses Tief trägt entscheidend zur gedrückten Stimmungslage bei: Zwischen Worten, Gedanken und Handeln kommt es zu erheblichen Luftzirkulationen. In aller Regel handelt es sich dabei um „heiße Luft“. Dem Konjunk-Tief folgen keine Tätigkeiten sondern nur weitere Stimmungstiefs.

Die meisten Menschen machen sich beim Sprechen über die Grammatik keine Gedanken. Dem Genitiv mag es noch ziemlich egal sein, wenn sich der Dativ in seine Zuständigkeit mengt. („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ von Bastian Sick). Psychologisch hat es jedoch massive Auswirkungen, ob wir im Konjunktiv oder im Indikativ sprechen.

„Ich fange damit an“ „Ich halte es durch“ oder „Wir denken darüber nach wie es anders wird“ fordert Energie. Eine Investition, die nicht immer gerne getroffen wird. Der Konjunktiv schaut sich lieber Fotos an, statt selber hinzufahren.

Sprache schafft Wirklichkeit. Wer sich regelmäßig im Konjunk-Tief aufhält kommt nicht aus dem Möglichkeitsmodus heraus. Er bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Verpasste Chancen haben bei ihm Konjunk-Tour.

Um zum Gestalter unserer eigenen Wirklichkeit zu werden gibt es nur eine Wahl: TU-Wörter.
Ich gehe, frage, schreibe, kündige, klopfe, fahre, packe, kurz gesagt: Ich tu’s.

Der Indikativ ist der Veränderung ihr Freund. 

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich jedem meiner Klienten dazu raten, seine Entscheidungen gut abzuwägen. Denn Entscheidungen sind es, um die es in den meisten Coachings bei mir geht. 
Sicher wollen sie sein, oder wenigstens ein gutes Gefühl dabei haben. Wobei die Schnittmenge von „sich sicher fühlen“ und „ein gutes Gefühl haben“ groß ist. Sicherheit wird meist mit einer ausreichend großen Faktenlage übersetzt. Nur: Wann ist diese erreicht? 
Meine Antwort auf diese Situation lautet:
Machen Sie doch was Sie wollen! Machen Sie es einfach!

Bei Entscheidungsblockaden kommt es in den allermeisten Fällen nicht darauf an, WAS getan wird. Ausschlaggebend ist, dass überhaupt etwas passiert. Es handelt sich nicht um Wissensdefizite sondern um Umsetzungsknoten. Da ist ein Knick in der Handlungsleitung. 

Um diesen Knoten zu lösen halte ich es mit meinen Klienten ganz einfach: Sie würfeln die Lösung und den Startzeitpunkt. Daraus ergeben sich immer wieder spannende Reaktionen bis hin zu einem: Nein! Dann bekomme ich womöglich ein Ergebnis, das ich gar nicht will. 
Damit wäre die Entscheidung getroffen. 
Sind Ihre Würfel schon gefallen, und Sie wissen es nur noch nicht? 

Lust auf neue Perspektiven?

Nutze den globalen Bereich für wiederkehrende Hinweise, Aktionen oder eine zentrale Handlungsaufforderung.