07. Februar 2026

Der Augenblick, der alles verändert.


Es gibt so einen Moment im Leben, da steht man auf der Kreuzung zwischen Reflex und Reflexion, mit quietschenden Reifen und innerem Blaulicht. Die einen nennen es Impulskontrolle, die anderen „die immer kürzer werdende Zündschnur zur Bombe“. Tatsache ist: Zwischen Reiz und Reaktion liegt eine goldene Sekunde. Manchmal sind’s auch fünf Sekunden. Oder bei manchen Menschen – drei Wochen! In dieser Lücke entscheidet sich, ob wir im ICE-Sprinter durch den gewohnten Bahnhof rasen… oder wir zum Stoppen kommen und in den Bummelzug umsteigen.


Jahrelang geübt: Stress kommt, alte Strategien springen an – wir sind Meister der Gewohnheiten. Die Reflex-Lösungen sind blitzschnell, leider aber nicht immer schlau. Erst mit dem Abstand kommen uns die genialen Einfälle: „Hätte ich doch einfach gesagt…“ — doch dann ist die Kaffeemaschine schon aus dem Fenster geflogen.


Autopilot abschalten: Handsteuerung für Fortgeschrittene


Wir Menschen sind bekanntlich keine Sklaven unserer Reflexe. Zumindest behaupten das einige optimistische Hirnforscher. Der Autopilot, der bei Stress übernimmt, kann wieder auf Handsteuerung umgeschaltet werden. Klingt einfacher als beim Airbus, ist aber genauso spannend. Die große Preisfrage: Wie gelingt es uns, mitten in der Anspannung einen inneren Airbag zu zünden? Ohne dass die Emotionen durchgehen wie ein Haufen wildgewordener Hühner?


Die Antwort ist so simpel wie rätselhaft: Pause-Taste finden. Manchmal hilft’s, sich selbst ins Bein zu kneifen. Oder wie einer meiner Klienten unlängst sagte: „Mein Pause-Knopf ist wohl im Keller neben dem Routernetzwerk falsch verdrahtet.“ Aber: Wer sucht, der findet. Immerhin drücken andere Menschen unsere Play-Tasten mit bewundernswerter Leichtigkeit – vermutlich, weil sie nicht wissen, wie viele Menüs bei uns offen sind.


Impulsive Reaktionen: Angriff, Flucht, Totstellen — und die Konservenlogik


Impulsives Verhalten klingt nach Actionfilm, ist aber meistens eher Drama oder Tragik-Komödie: Angriff, Flucht oder Totstellen. Der Witz dabei: Das sind Notfall-Programme aus der Konserve, direkt neben dem Sauerkraut-Glas. Und genau wie die Konserve haben unbedachte Kurzschlüsse oft eine lange Haltbarkeit. Aber es gibt Alternativen! Mit ein bisschen Reflexion statt Reflex liegen die besseren Wahlmöglichkeiten oft direkt vor der Nase, nur eben nicht im ersten Impuls.


Das Zauberwort im Coaching heißt „Wirk-Raum“: Der Moment zwischen Reiz und Reaktion ist wie ein magischer Pausenhof, auf dem alles möglich ist — außer vielleicht eine ruhige Kugel schieben. Die Pause-Taste zu finden, ist die besondere Herausforderung. Deshalb hier gleich zwei erprobte, alltagstaugliche Methoden mit Augenzwinkern:


Idee 1: Die „Tomaten-Taktik“ – Pomodoro für Impulskontrolle


Wem die eigenen Impulse wie ein Super-Gau erscheinen, dem hilft die Pomodoro-Technik. 25 Minuten fokussiert arbeiten – und dann Zwangspause! Das klingt nach Kindergarten, ist aber von italienischen Genies erfunden worden. Nach kurzer Anspannung: Pause, durchatmen, die Mails ignorieren, und das Rad nicht neu erfinden. Wer die eigene Reiz-Reaktion verstückelt, fördert die Selbstkontrolle und legt den Pause-Knopf frei.


Idee 2: Die „Warte-Wundertüte“ – Verzögerungstaktik light


Sobald der Seelen-Sturm aufzieht, heißt es: Stopp, Timer stellen, abwarten. Zehn Minuten reichen oft, damit der innere Tornado vorbeizeiht und das rationale Denken aus dem Keller zurückkommt. Kombiniert mit einer Runde ums Büro oder einer kleinen sportlichen Einlage (Kniebeuge, wahlweise Salsa tanzen), wird die Reaktionsenergie kanalisiert statt verschossen. Der Impuls verliert seinen Schrecken, und mit etwas Glück lacht man danach sogar drüber. Zumindest ist die Freude groß, nicht gleich aus der Hose gesprungen zu sein.


Humor als Schmiermittel für Impulskontrolle


Wissenschaftliche Studien haben bewiesen (und Coaches sowieso): Humor ist die Firewall gegen impulsive Gefühlsausbrüche. Wer sich selbst nicht so ernst nimmt, lacht auch mal über die eigenen Pannen, und genau das stärkt die Fähigkeit, den Pause-Finger zu trainieren. Wer Humor als tägliches Training nutzt, entwickelt nicht nur heitere Gelassenheit, sondern auch den Mut, im stressigen Alltag die Reißleine zu ziehen — mit einem Grinsen auf den Lippen.


Fazit: Wer sucht, der findet (seine Pause-Taste). Und kommt zu einem neuen Start.


Impulskontrolle heißt: Die eigene Pause-Taste finden, sie liebevoll beschriften („Bitte jetzt nicht ausflippen!“) und im richtigen Moment drücken. Ob mit der Tomaten-Taktik oder der Warte-Wundertüte: Erst denken, dann handeln. Und zwischendrin ruhig mal herzlich lachen. Denn der Augenblick, der alles verändert, versteckt sich meistens da, wo das Pause-Feld liegt — im Wirk-Raum zwischen Reiz und Reaktion.